Versunkener Palast Cisterna Basilica in Istanbul

Die Basilika-Zisterne in Istanbul.

Die Basilika-Zisterne ist ein eindrucksvolles Zeugnis spätantiker Ingenieurkunst im Herzen Istanbuls. In byzantinischer Zeit wurde die Zisterne nach der darüber liegenden Basilika „Cisterna Basilica“ genannt.

Ihr heutiger offizieller Name lautet „Yerebatan Sarnıcı“ (Unterirdische Zisterne). Wegen ihrer majestätischen Erscheinung ist sie jedoch im Volksmund als „Versunkener Palast“ bekannt.

Der Zugang zu diesem riesigen unterirdischen Wasserspeicher befindet sich in einem schlichten Eingangsgebäude direkt gegenüber der Hagia Sophia. Wer die Stufen hinabsteigt, spürt sofort, wie die Hektik der Stadt einer stillen Kühle weicht. Das Zusammenspiel von Licht, Schatten und spiegelndem Wasser verleiht den Säulenreihen eine fast feierliche Atmosphäre.

Die Architektur der Basilika-Zisterne: Säulen, Kapazität und Bauweise

Beleuchtete Säulen der Basilika-Zisterne (“Versunkener Palast”) in Istanbul.
Die Basilika-Zisterne, auch bekannt als „Versunkener Palast“ in Istanbul.

Die Basilika-Zisterne ist 140 Meter lang und 70 Meter breit. Ihre Längsachse verläuft parallel zur Straße, die direkt über der Zisterne liegt. Sie beherbergt 336 imposante Säulen, die in 12 Reihen zu je 28 angeordnet sind. Diese Säulen, mit dorischen und korinthischen Kapitellen, tragen das massive Ziegelgewölbe, das die Zisterne stützt.

Jede Säule hat eine Höhe von 8 Metern, wobei der Abstand zwischen den Säulen 4 Meter beträgt. Diese architektonische Meisterleistung ermöglicht es, die enormen Wassermengen sicher zu speichern und die Struktur der Zisterne zu stabilisieren.

Medusenköpfe in der Zisterne

Die geheimnisvolle Medusa-Statue aus der Antike.
Medusenkopf: Sagenhafter Schutzgeist in den Tiefen des Wassers.

Neben der besonderen Atmosphäre sind die beiden antiken Medusenköpfe eine der Hauptattraktionen der Yerebatan-Zisterne. Sie stehen heute angestrahlt in einer abgeschiedenen Ecke, am Ende der Zisterne auf der linken Seite. Obwohl die Medusenköpfe heute zu vielen Legenden Anlass geben, gibt es keinen historischen Beleg für eine mystische Bedeutung an diesem Ort. Vielmehr zeugen sie von der pragmatischen Bauweise der byzantinischen Architekten.

Medusenkopf in der unterirdischen Zisterne.

Diese monumentalen Köpfe dienten schlichtweg als passende Fundamentstützen, um die Säulen auf die erforderliche Höhe zu bringen. Dass einer der Köpfe auf der Seite liegt und der andere auf dem Kopf steht, verdeutlicht ihre rein pragmatische Verwendung als Baumaterial. Ihre ursprüngliche mythologische Bedeutung spielte tief unter der Erde keine Rolle mehr.

Die weinende Säule: Ein Zeugnis römischer Spolienkunst

Die kunstvoll verzierte Tränensäule in der Basilika-Zisterne mit Pfauenaugen-Reliefs.
Kunstvolle Gravuren auf der antiken Tränensäule.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die sogenannte Tränensäule. Im Gegensatz zu den schlichten Säulen ist sie auf ihrer gesamten Länge mit Pfauenaugen-Reliefs verziert. Historiker gehen davon aus, dass diese Säule – wie viele andere Teile der Zisterne auch – aus älteren römischen Monumenten der Stadt stammt. Ihr Stil ähnelt stark den Säulenresten, die man heute noch am ehemaligen Forum des Theodosius (heute Beyazit-Platz) besichtigen kann.

Wie viel Wasser würde die Basilika-Zisterne fassen?

Mit einer Speicherkapazität von 80.000 Kubikmetern Wasser ist die Zisterne ein beeindruckendes Bauwerk der Antike. Mit einer Fläche von etwa 9.800 Quadratmetern gehört sie zu den größten Zisternen in Istanbul.

Welche Filme wurden in der Basilika-Zisterne gedreht?

Ihre beeindruckende Kulisse und architektonische Schönheit ziehen seit Jahrzehnten international renommierte Regisseure an. Besonders hervorzuheben sind Produktionen wie der Klassiker „James Bond – Liebesgrüße aus Moskau“ oder die Dan-Brown-Verfilmung „Inferno“, welche die mystische Atmosphäre der Zisterne für ikonische Filmszenen nutzten.

Legendäre Filmkulisse: James Bond in der Basilika-Zisterne

Sean Connery als James Bond in der Basilika-Zisterne - Filmszene aus Liebesgrüße aus Moskau.
Berühmte Filmkulisse aus dem Klassiker 'Liebesgrüße aus Moskau' – 1963.

Selbst James Bond ruderte schon durch die faszinierende Dunkelheit dieser unterirdischen Zisterne und fand sie ebenso beeindruckend wie Millionen von Touristen. Einige Szenen zu dem James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ (Originaltitel: From Russia with Love) wurden hier gedreht. Der Film kam 1963 in die Kinos und wurde von Kritikern als einer der besten Bond-Filme bewertet. Hauptdarsteller war Sean Connery.

Inferno: Tom Hanks am historischen Schauplatz

Weltstar Tom Hanks bei den Dreharbeiten zum Film „Inferno“ in der historischen Basilika-Zisterne in Istanbul.
Tom Hanks am Set von „Inferno“ in der historischen Basilika-Zisterne in Istanbul.

2013 veröffentlichte der berühmte Autor Dan Brown seinen Bestsellerroman „Inferno“. Im Jahr 2015 wurde die Zisterne für ein paar Tage geschlossen, damit der Filmemacher Ron Howard einige Szenen des auf diesem Roman basierenden Films mit Tom Hanks in Istanbul drehen konnte.

Für Fans des Romans und der Verfilmung ist der Besuch ein absolutes Muss, da die dramatischen Schlussszenen von „Inferno“ in dieser mystischen Kulisse spielen. Heute können Sie genau an den Stellen stehen, an denen Tom Hanks als Robert Langdon versuchte, das Rätsel zu lösen, während die spektakuläre neue Beleuchtung der Zisterne die spannungsgeladene Atmosphäre des Films perfekt widerspiegelt.

Die Geschichte der Basilika-Zisterne

Versunkener Palast in Istanbul.

Istanbul war eine der am häufigsten belagerten Städte der Geschichte und daher auf eine zuverlässige Wasserversorgung angewiesen. Innerhalb der Stadtmauern von Konstantinopel existierten jedoch nur wenige Wasserquellen. Die Lösung für dieses Problem war der Bau zahlreicher unterirdischer Zisternen.

Aus weit entfernten Quellen wurde das Wasser über ein weitverzweigtes System von Aquädukten zu diesen großen Reservoirs geleitet. Ein beeindruckendes Zeugnis dieser Technik ist das Valens-Aquädukt, dessen markante Reste noch heute das Stadtbild der Altstadt prägen.

Die Basilika-Zisterne wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian I. errichtet. Das Wasser wurde aus den rund 19 Kilometer entfernten Waldgebieten im Norden herangeführt. Während der gesamten oströmischen Zeit stellte die Anlage die Versorgung des Palastbezirks auf dem ersten Stadthügel sicher. Auch nach der osmanischen Eroberung blieb die Zisterne in Betrieb und diente unter anderem der Bewässerung der Gärten des Topkapi-Palastes.

Die mythologische Geschichte der Medusa

mythologische Geschichte der Medusa.

Medusa war in der griechischen Mythologie die berühmteste der drei monströsen Schwestern, die als Gorgonen bekannt sind. Sie war ursprünglich eine betörende Schönheit, die sich in der spätklassischen Zeit zu einer mythischen Schreckensfigur wandelte.

Sie wurde jedoch von der zornigen Göttin Athene verflucht: Als Athene, die Göttin der Weisheit, in einem ihrer Tempel den Meeresgott Poseidon beim Liebesspiel mit Medusa überraschte, war sie darüber so wütend, dass sie die Medusa in ein Ungeheuer mit Schlangenhaaren und glühenden Augen verwandelte. Ihr Anblick ließ jeden zu Stein erstarren.

Die Wiederentdeckung der Zisterne im 16. Jahrhundert

Nach dem Fall von Konstantinopel geriet die Zisterne für die Öffentlichkeit weitgehend in Vergessenheit. Erst im 16. Jahrhundert wurde sie durch den französischen Forscher Petrus Gyllius wiederentdeckt.

Während er die antiken Monumente der Stadt untersuchte, hörte er Berichte von Anwohnern, die auf ungewöhnliche Weise an ihr Wasser gelangten: Sie ließen einfach Eimer durch Löcher im Fußboden ihrer Häuser hinab. Gyllius ging den Gerüchten nach und fand schließlich über den Keller eines Hauses den Zugang zu dem riesigen unterirdischen Gewölbe.

Historische Darstellung der Basilika-Zisterne in Istanbul aus dem 19. Jahrhundert.
Historische Zeichnung der Basilika-Zisterne.

In seinem bedeutenden Werk „De Topographia Constantinopoleos“ beschreibt er die Cisterna Basilica sehr detailliert. Er schildert den Moment, als er mit einer Fackel in einem kleinen Boot zwischen den Säulen umherrudert. Er war fasziniert von der schieren Anzahl der Säulen und der Tatsache, dass die Bewohner der darüberliegenden Häuser kaum eine Vorstellung von der gewaltigen Größe dieses „unterirdischen Meeres“ hatten.

Restaurierungen der unterirdischen Zisterne

Im Jahr 1984 begann eine der bedeutendsten Sanierungsphasen: Eine etwa zwei Meter dicke Schlammschicht, die sich über Jahrhunderte auf dem Boden angesammelt hatte, wurde vollständig entfernt. Erst bei diesen Arbeiten kamen die beiden antiken Medusenköpfe wieder ans Licht, die bis dahin im Verborgenen als Fundamente für zwei der Säulen gedient hatten.

Die bisher umfassendste Restaurierung fand zwischen 2020 und 2022 statt. Neben der dringend notwendigen Erdbebensicherung wurde die gesamte Infrastruktur modernisiert, um das historische Erbe für die Zukunft zu bewahren. Seit der Wiedereröffnung im Juli 2022 bietet die Zisterne ein völlig neues Besuchererlebnis.

Blick in die Basilika-Zisterne nach ihrer umfassenden Restaurierung.

Ein besonderes Highlight ist das neue Lichtkonzept. Die präzise abgestimmte Beleuchtung setzt die Säulenreihen eindrucksvoll in Szene und betont die gewaltigen Dimensionen des Bauwerks.

Besucher bewegen sich nun nicht mehr auf schweren Betonstegen, sondern auf einem leichten Gittersteg, der unmittelbar über der Wasseroberfläche verläuft. Dies ermöglicht eine völlig neue Perspektive auf die Architektur. Zudem ergänzen moderne Skulpturen, die scheinbar aus dem Wasser emporsteigen, das mystische Ambiente und verbinden die antike Ingenieurskunst mit zeitgenössischer Kunst.

Öffnungszeiten der Basilika-Zisterne2026

Die Basilika-Zisterne ist täglich von 9:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Für ein entspannteres Erlebnis empfehlen sich Besuche in den frühen Morgenstunden bis etwa 11 Uhr oder am Abend nach 17 Uhr, da es zu diesen Zeiten meist ruhiger ist.

An Wochenenden und Feiertagen ist die Zisterne besonders gut besucht, da neben internationalen Gästen auch viele Einheimische kommen. Ein Besuch an einem Wochentag ist daher ideal, um den Andrang zu vermeiden.

Täglich geöffnet
Tagsüber: 9.00 bis 18.30 Uhr
Abends: 19.30 bis 22.00 Uhr
Öffnungszeiten aller Sehenswürdigkeiten in Istanbul: 2026

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Basilika-Zisterne

In der Umgebung der Basilika-Zisterne befinden sich zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen.

Die Sehenswürdigkeiten in Sultanahmet, Istanbul

Wo ist die Basilika-Zisterne in Istanbul?

Wo ist die Cisterna Basilica in Istanbul.

Die Basilika-Zisterne befindet sich in Sultanahmet, gegenüber der Hagia Sophia. Die nächstgelegene Straßenbahnhaltestelle „Sultanahmet“ (Linie T1) liegt nur etwa fünf Gehminuten von der Zisterne entfernt.

Folgen Sie einfach den Beschilderungen oder fragen Sie freundliche Einheimische nach dem Weg zur Zisterne. Durch ihre Nähe zu bedeutenden Sehenswürdigkeiten wie der Hagia Sophia und der Blauen Moschee lässt sich die Basilika-Zisterne problemlos in eine Besichtigung von Sultanahmet einbeziehen.

Wie kommt man zur Basilika-Zisterne?

Vom Taksim-Platz: Mit der Standseilbahn nach Kabataş (Linie F1). Dann mit der Straßenbahn nach Sultanahmet (Linie T1).
Hotels in der Altstadt: Mit der Straßenbahn nach Sultanahmet (Linie T1).
Hotels auf der asiatischen Seite Istanbuls: Mit der öffentlichen Fähre nach Eminönü. Dann mit der Straßenbahn nach Sultanahmet (Linie T1).


Häufig gestellte Fragen zum Versunkenen Palast (Basilika-Zisterne)

Wann ist die beste Zeit, um die Basilika-Zisterne zu besuchen?

Die beste Besuchszeit für den Versunkenen Palast ist entweder früh am Morgen direkt zur Öffnung um 9:00 Uhr oder am späten Nachmittag nach 17:00 Uhr. Da die Zisterne vollständig unterirdisch liegt, ist die Atmosphäre unabhängig vom Tageslicht immer gleich beeindruckend. Zu diesen Randzeiten vermeiden Sie jedoch die großen Reisegruppen.

Kann man in der Basilika-Zisterne mit Kreditkarte bezahlen?

Ja, die Zahlung mit Kreditkarte (Visa, Mastercard etc.) ist an den Kassen der Basilika-Zisterne erforderlich, da dort kein Bargeld mehr akzeptiert wird. Der Ticketkauf vor Ort ist zudem eine Möglichkeit, die höheren Servicegebühren der Online-Anbieter zu vermeiden. Für Besucher, die ihre Planung dennoch vorab abschließen möchten, sind Online-Tickets über die offizielle Website yerebatan.com erhältlich.

Ist der offizielle Istanbul Museum Pass in der Basilika-Zisterne gültig?

Nein, der offizielle Istanbul Museum Pass ist im Versunkenen Palast leider nicht gültig, da die Anlage von der Stadtverwaltung Istanbul (IBB) verwaltet wird. Ein separates Ticket ist daher erforderlich.

Wie lange dauert eine Besichtigung im Versunkenen Palast?

Für eine entspannte Besichtigung der Basilika-Zisterne sollten Sie etwa 30 bis 45 Minuten einplanen. Dies bietet Ihnen ausreichend Zeit, um die 336 Säulen zu bewundern, die berühmten Medusenköpfe zu besichtigen und die moderne Lichtkunst auf sich wirken zu lassen.


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