Blaue Moschee

Sehenswürdigkeiten in Istanbul

Blaue Moschee Istanbul

In Sultanahmet, gegenüber der Hagia Sophia erhebt sich eine der schönsten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten Istanbuls. Viele halten die Blaue Moschee für die schönste aller Sultansmoscheen. Denn der Blick hinauf zur mächtigen Hauptkuppel, umgeben von aufsteigenden Halbkuppeln stellt jedem Besucher eine großartige Harmonie dar.

Wegen ihrer blau-grünen Fliesen und des vorherrschenden Farbtons in ihrem Inneren ist sie in vielen europäischen Sprachen als „Blaue Moschee“ bekannt –ein Name, der übrigens im Türkischen nicht bekannt ist. Der offizielle Name Sultan Ahmet Moschee, wie die Einheimischen sie auch nennen, geht auf ihren Stifter Sultan Ahmet I. zurück, der in jungen Jahren mit 14 den Thron bestieg.

Die Geschichte der Blauen Moschee

Im Jahre 1609 als er 19 Jahre alt war, gab der Sultan den Auftrag zum Bau seiner Moschee. Die Moschee sollte gewaltiger als die Hagia Sophia werden und den Namen des Sultan Ahmets unsterblich machen. Die Bauleitung wurde vom Architekten Mahmet Ağa übernommen, der ein Schüler des berühmten Architekten Sinans war. Es heißt, der junge Sultan sei mit fiebernder Aufregung auf der Baustelle erschienen, um sich bei jeder Möglichkeit ein Bild vom Ablauf der Arbeiten zu machen.

Sieben Jahre dauerten die Arbeiten, im 1616 wurde der Bau vollendet. Der Sultan konnte sich aber nicht lange auf seine Moschee erfreuen, denn wenige Wochen nach der Fertigstellung starb er im Alter von 27 Jahren. Das Ziel die Hagia Sophia zu übertreffen, wurde -zumindest von den Ausmaßen her- nicht erreicht.

Gebetssaal der Blauen Moschee Gebetssaal der Blauen Moschee

Die Architektur der Blauen Moschee

Der Plan der Blauen Moschee hat drei Bestandteile: Außenhof, Innenhof und ein kuppelüberwölbtes Hauptgebäude. Man betritt zuerst im Westen durch ein Tor den Außenhof. Im Tor hängt eine eiserne Kette, worunter der Sultan jedes Mal beim Hereinreiten, um seine Anerkennung vor Gott auszudrücken, sich beugen müsste.

Das Tor zum Aussenhof Das Tor zum Außenhof und die eiserne Kette für den Sultan

Weiter gelangt man durch ein schönes, mit Stalaktiten geschmücktes Tor in den höher gelegenen Innenhof, dessen Grundriss genauso groß ist wie der vom Betsaal. Der Hof ist mit einem Säulengang umgeben, in dem 26 Granitsäulen 20 stilvolle Kuppeln tragen. In der Mitte des Hofes steht ein achteckiger Reinigungsbrunnen (heute nur symbolisch), wo die Muslime früher ihre rituelle Waschungen vor dem Gebet durchgeführt haben. Die tatsächlich benutzten Anlagen befinden sich heute an den beiden Fassaden des Innenhofes.

Das Hauptgebäude

Blaue Moschee Kuppel Die Kuppel der Blauen Moschee

Der riesige Gebetssaal ist fast quadratisch (51 m breit und 53 m lang) und wird von einer Zentralkuppel überwölbt. Die Hauptkuppel ruht auf vier Halbbögen und die 260 Fenster, die einst mit Buntglasarbeiten versehen, erhellen den hohen Innenraum. Die Scheitelhöhe der Hauptkuppel beträgt 43 m und hat einen Durchmesser 23,5 m. Die vier dicke Massivpfeiler mit einem Durchmesser von jeweils 5 m, die die Kuppel tragen, werden Elefantenfüße genannt und sind bis zu ihrer mittleren Höhe mit kannelierten Marmorplatten verkleidet.

Die Kacheln

Die Kacheln der Blauen Moschee Die Kacheln der Blauen Moschee

Die Ästhetik der Kuppeln und Fronten draußen tritt auch in der inneren Architektur auf. Eine von Säulen getragene Galerie (Frauenempore), deren Kachelwände die schönsten Kacheln des Moscheeinneren besitzen, umschließt den Gebetsraum an drei Seiten.

Das Innere der Moschee ist an den unteren Wandteilen und an der Galeriewand mit ca. 21.000 prachtvollen Fliesen aus Iznik (antike Nikäa) verkleidet. Tulpen, Nelken, Rosen, Lilien und Zypressen werden hier in einer ornamental stilisierten Form in klaren und stimmigen Farben wiedergegeben, unter denen Blau- und Grüntöne dominieren. Der obere Teil davon und der innere Teil der Kuppeln sind jedoch bemalt.

Gebetsnische und Freitagskanzel

Originale Werke aus der Entstehungszeit, der Mihrab (Gebetsnische) und das Minbar (Freitagskanzel) sind aus prokonnesischem* Marmor. Erwähnenswert sind auch die feinen Kalligraphie- und Arabeskenarbeiten sowie die Holzschnitzereien der Türen, Fensterläden und des Predigerstuhls mit ihren bezaubernden Perlmutt- und Elfenbeineinlagen.

* Der Prokonnesische Marmor oder Marmara-Marmor ist ein hochwertiger Marmor, der seit über 2.000 Jahren auf der türkischen Insel Marmara (griechischer Name Prokonnesos) abgebaut wird. Marmarameer bedeutet Marmormeer. Der Name des Marmarameeres leitet sich aus dem Griechischen Mármaros „glänzend, leuchtend“ ab.

Sultansloge

Schön und wertvoll ist auch die marmorne Sultansloge mit ihrem vergoldeten Bronzegitter bei der Galerie links von Mihrab. Holz fand auch hier eine Verwendung als Decke unter der Empore des Sultans.

Stiftungskomplex und Nebenbauten

Blaue Moschee Plan Plan der Blauen Moschee - Stiftungskomplex und Nebenbauten

Die zur Moschee gehörenden Stiftungen (Külliye) waren von angemessener Größe. Zu den Nebenbauten gehörten eine theologische Schule (Medrese), eine Grundschule (Sıbyan Mektebi), das Grabmal von Sultan Ahmet I. (Türbe), ein Krankenhaus (Darüş-şifa), eine Armenküche (İmaret) und ein Basar (Arasta).

Das Krankenhaus und die Armenküche wurden im 19. Jahrhundert abgerissen und in das Gebäude der Kunstgewerbeschule an der Südseite des Hippodroms einbezogen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Blauen Moschee

In der Nähe der Blauen Moschee gibt es weitere unverzichtbare Sehenswürdigkeiten, die Sie in 5 bis 10 Minuten zu Fuß erreichen können.

Die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung der Blauen Moschee:

Wo ist die Blaue Moschee in Istanbul?

Wo ist die Blaue Moschee in Istanbul
Die Blaue Moschee befindet sich in Sultanahmet, gegenüber der Hagia Sophia neben dem alten Hippodrom.

Die nächstgelegene, gleichnamige Straßenbahnstation „Sultanahmet“ (Linie T1) befindet sich etwa fünf Gehminuten von der Blauen Moschee entfernt.

Wie kommt man zur Blauen Moschee?

Vom Taksim-Platz: Mit der Standseilbahn nach Kabataş. Dann die Straßenbahn nach Sultanahmet (Linie T1).
Altstadt Hotels: Mit der Straßenbahn nach Sultanahmet (Linie T1).
Hotels der asiatischen Seite Istanbuls: Mit öffentlichen Fähren nach Eminönü. Dann die Straßenbahn nach Sultanahmet (Linie T1).


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