Dolmabahçe-Palast - Dolmabahçe Sarayı
Sehenswürdigkeiten am Bosporus
Der Dolmabahçe-Palast zählt zu den prunkvollsten historischen Attraktionen in Istanbul. Der türkische Name Dolmabahçe Sarayı – was so viel wie „aufgefüllter Garten“ bedeutet – verweist darauf, dass sich an dieser Stelle des Bosporus ursprünglich eine Bucht befand, in der die osmanische Flotte ankerte.
Um eine Erholungsstätte für die Sultane zu schaffen, wurde die Bucht im 17. Jahrhundert mit der Erde eines nahegelegenen Hügels aufgeschüttet. So entstand ein königlicher Garten, in dem im Laufe der Zeit verschiedene Sommerresidenzen und kleinere Schlösser errichtet wurden, bevor im 19. Jahrhundert der heutige Palast entstand.
Die Geschichte des Dolmabahçe Palastes
Im 19. Jahrhundert wurde der Kontakt der Osmanen zu Mitteleuropa noch enger, so genügte dem Sultan der alte Topkapi-Palast nicht mehr, um Repräsentationsanforderungen der modernen Zeit zu erfüllen. Es war also Zeit für einen modernen Palast nach dem Vorbild europäischer Herrscherhäuser.
Der Dolmabahçe-Palast „Dolmabahçe Sarayı“ wurde im Auftrag von Sultan Abdülmecid I. durch die armenischstämmigen Architekten Karabet und Nikoğos Balyan gebaut. Im 1843 begannen die Bauarbeiten und im Jahre 1856 wurde der Palast fertiggestellt. Die Mitglieder des Hauses Sultan Abdülmecid und die Verwaltung des Reiches, zogen daraufhin zusammen mit Tausenden von Menschen in den modernen, weitläufigen Dolmabahçe-Palast.
Für den Bau des Palastes wurden etwa fünf Millionen Goldlira investiert, was im heutigen (2021) Wert etwa 1,9 Milliarden US-Dollar gleichkommt. Das entsprach damals etwa einem Viertel der jährlichen Steuereinnahmen des Osmanischen Reiches.
Architektur und Ausstattung des Dolmabahçe Sarayı
Das Gebäude aus weißem Marmor ist 600 Meter lang, hat eine Fläche von 45.000 m², 46 Säle, 285 Zimmer, 6 Hamams (Bäder) und 68 Toiletten. Für die Verzierung der Palastwände wurden 14 Tonnen Blattgold verwendet und die Treppengeländer in der Eingangshalle sind aus reinem Kristall gefertigt.
Die Innendekoration des Serails stammt von einem Franzosen namens „Sechan“, der auch die Pariser Oper dekorierte. Der Sultan war so beeindruckt von dem Ergebnis, dass er Sechan nicht nur bezahlte, sondern ihm auch einen Orden verlieh. Hier finden Sie eine Vielzahl faszinierender Schätze, darunter Baccarat- und Böhmen-Kristalle sowie Sevres- und Yildiz-Porzellan.
Im Zeremoniensaal hängt einer der größten Kronleuchter der Welt. Fälschlicherweise wird dies oft als ein Geschenk der Königin Victoria von Großbritannien beschrieben. Tatsächlich wurden Dokumente als Kaufbelege gefunden, die belegen, dass der 750 Glühlampen aufweisende Kronleuchter bezahlt wurde und somit kein Geschenk der Königin war. Er ist ca. 4,5 Tonnen schwer. Der Zeremoniensaal ist bekannt als der größte Thronsaal der Welt.
Der Saal wurde durch das Einleiten warmer Luft aus den Einrichtungen im Keller beheizt, wodurch Zeremonien in den kälteren Jahreszeiten in einer wärmeren Atmosphäre stattfinden konnten. Während der traditionellen Feierlichkeiten wurde der goldene Thron aus dem Topkapi-Palast in diesen Saal gebracht, wo der Sultan die Staatsvertreter empfing. Die Galerien waren für Botschaftsmitarbeiter, das Palastorchester sowie männliche und weibliche Gäste vorgesehen.
Die Kristalltreppe ist eine Protokolltreppe. Der Name mag vielleicht langweilig klingen, aber die kristallenen Geländer, die unter einem Baccarat-Kronleuchter verlaufen, sind eines der beeindruckendsten Elemente im Dolmabahçe-Palast. Diese Treppe bringt Sie nicht nur vom Eingangsbereich im Erdgeschoss nach oben zum Botschaftersaal, sondern lässt auch die von den Kristallen reflektierten Lichter im Rhythmus Ihrer Schritte mitschwingen.
Über den kunstvollen Parkettböden erstrecken sich etwa 4500 m² handgeknüpfte Teppiche, die in der Schlossweberei in Hereke gefertigt wurden. Der Bauherr des Palastes, Sultan Abdülmecid I., gründete die Hereke Imperial Manufaktur, um sämtliche Textilien für den Dolmabahçe-Palast am Bosporus herzustellen, einschließlich Stoffe für Möbel und Vorhänge. Dabei versammelte er die besten Künstler und Teppichknüpferinnen des Osmanischen Reiches in Hereke, wo sie begannen, qualitativ hochwertige Teppiche mit einzigartigen Mustern herzustellen.
Mit der Zeit gewann die Innendekoration durch Geschenke vieler ausländischer Staatsmänner und Kaiser an Pracht. Die von italienischen und französischen Künstlern gestalteten Deckenverzierungen im Inneren verdienen eine besondere Beachtung.
Der „Mabeyn“ im oberen Stockwerk diente nicht nur als Übergangsbereich für den persönlichen Bereich des Sultans, sondern auch als Gebetsort für die königliche Gemeinde während des Ramadans. Sein Name, der im Arabischen „zweigesichtig“ bedeutet, rührt von seiner Verbindung zum Selamlik (Männerbereich) und zum Harem (Frauenbereich) her.
Der Saal in diesem Bereich (Zülvecheyn-Saal) wurde während der Ramadanmonate für religiöse Versammlungen genutzt, bei denen Gelehrte mit dem Sultan über religiöse Angelegenheiten sprachen. Eine Besonderheit des Ramadans war, dass auch die Palastdamen speziell zu diesen Lektionen eingeladen waren.
Eine Tür von hier aus führt zur Bibliothek von Kalif Abdülmecid, wo neben vielen in Leder gebundenen Büchern auch ein Selbstporträt des Kalifen hängt. Abdülmecid war nicht nur politisch aktiv, sondern auch als talentierter Künstler anerkannt. In dieser Bibliothek, die einen wunderschönen Blick auf den Bosporus bietet, fällt besonders ein Stuhl mit dem Wappen von Sultan Abdülhamid II. ins Auge. Eine weitere Tür öffnet sich in den Musikraum, wo ein Flügel und Celli zu sehen sind.
Der Harem des Dolmabahçe Sarayı
Der Harem des Dolmabahce-Palastes hat einen separaten Eingang am Südflügel. Dieser Bereich umfasst die Schlafzimmer des Sultans, den Bereich der Sultansmutter (Valide Sultan) sowie die Räume für andere Frauen und Dienerinnen. Hier befinden sich auch die Arbeits- und Schlafzimmer von Mustafa Kemal Atatürk, der nach Gründung der Republik Istanbul in diesem Palast verweilte.
Der Harem des Serails zählt zu den wichtigsten Bereichen und weist einen komplexen Grundriss mit fünf großen Sälen auf. Die herausragenden darunter sind der "Blaue Saal" und der „Rosa Saal“ im zweiten Stock, die aufgrund ihrer Farben bekannt sind.
Der Blaue Saal war der Ort, an dem der Sultan an Feiertagen Mitglieder seines Harems empfing, während der Rosa Saal als Treffpunkt für die täglichen Zusammenkünfte der Haremsbewohnerinnen diente. Die Zimmer und Salons im Erdgeschoss dienten hauptsächlich für Nebendienste.
Der Dolmabahçe-Palast und Atatürk
Nach dem Untergang des Osmanischen Reiches und der anschließenden Ausrufung der Türkischen Republik im Jahr 1923 wurde der Palast dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk als Regierungssitz und später als seine Residenz zur Verfügung gestellt. Am 10. November 1938, genau um 9.05 Uhr, verstarb er hier an den Folgen seiner schweren Krankheit.
Sein Bett ist mit der türkischen Nationalflagge bedeckt und die Uhr in seinem Sterbezimmer zeigt immer noch diese Uhrzeit an. Direkt gegenüber, nachdem man den Flur überquert hat, befindet sich das Badezimmer von Atatürk, in dem auch der Schrank mit seinen Medikamenten steht.
Garten des Dolmabahce-Palastes
Der großzügige Garten vor dem südlichen Eingangstor des Palastes zählt zu den schönsten Aussichtspunkten Istanbuls. Selbst wenn Sie stundenlang von hier aus den Bosporus betrachten, werden Sie sich niemals an dieser wundervollen Aussicht sattsehen können.
Im Süden des Gartens befindet sich ein Uhrturm, der nicht zur gleichen Zeit wie der Palast errichtet wurde. Die Eröffnung des Turms erfolgte neununddreißig Jahre nach der Einweihung des Palastes, nämlich im Jahr 1895, während der Herrschaft von Sultan Abdülhamit II.
Der Turm erhebt sich auf eine Höhe von 30 Metern, die über 54 Stufen erklommen werden können, und präsentiert ein Design, das sich nach oben hin verjüngt. An den Turmecken gibt es zweistöckige Springbrunnen, und in den Bögen des Erdgeschosses sind jeweils zwei Thermometer und zwei Barometer angebracht.
Die Aufteilung der Stockwerke, die kleinen Säulen an den Ecken sowie die Steinverzierungen auf jeder Seite harmonieren perfekt mit der prachtvollen Größe des benachbarten Palastes.
Heutige Nutzung von Dolmabahçe-Palast
Heute ist der Dolmabahçe-Palast als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich und ein beliebtes Ausflugsziel für Istanbul Besucher. Es wird aber auch weiterhin für repräsentative nationale Veranstaltungen wie Staatsbesuche genutzt.
Dolmabahçe-Palast Öffnungszeiten in 2026
Täglich geöffnet außer Montags.
Öffnungszeiten:
Winter: 30. Oktober bis 15. April09:00 bis 16:45 Uhr
Sommer: 16. April bis 29. Oktober
09:00 bis 18:00 Uhr
Schließtage:
Montags geschlossenReligiöse Feiertage:
- Der erste Tag des Ramadanfestes
- Der erste Tag des Opferfestes
Öffnungszeiten in Istanbul: 2026
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Dolmabahçe-Palasts
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Wo ist der Dolmabahçe-Palast in Istanbul?
Es ist unkompliziert, den Dolmabahçe-Palast zu finden. Der Palast befindet sich in Kabataş, entlang des Bosporus-Ufers, und ist somit leicht zu erreichen.
Wenn Sie sich in der Gegend befinden, werden Sie den Dolmabahçe-Palast kaum übersehen können. Er liegt sehr günstig in unmittelbarer Nähe des Hafens der öffentlichen Fähren in Kabataş, was ihn zu einem markanten Wahrzeichen macht. Die nächstgelegene Straßenbahnstation heißt ebenfalls Kabataş (Linie T1), und ist nur einen kurzen, fünfminütigen Spaziergang vom Palast entfernt.
Egal, ob Sie zu Fuß unterwegs sind oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen, der Dolmabahçe-Palast ist leicht zu finden und ein unverzichtbarer Punkt auf Ihrer Route durch Istanbul.
Wie kommt man zum Dolmabahçe-Palast?
Vom Taksim-Platz: Mit der Standseilbahn nach Kabataş (Linie F1).
Altstadt Hotels: Mit der Straßenbahn nach Kabataş (Linie T1).
Hotels der asiatischen Seite Istanbuls: Mit öffentlichen Fähren nach Kabataş.