Istanbul Sehenswürdigkeiten am Goldenen Horn

Sehenswürdigkeiten in Istanbul

Istanbul Sehenswürdigkeiten am Goldenen Horn

Die Sehenswürdigkeiten am Goldenen Horn

Das Goldene Horn ist ohne Zweifel eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten Istanbuls. Es ist zwar fast jedem Istanbul-Besucher bekannt, dass man eine Fahrt auf dem Bosporus unternehmen kann. Dass dies allerdings auf dem Goldenen Horn auch möglich ist, wissen aber nur die wenigsten.

Man entdeckt die schönsten Seiten Istanbuls bei einer Bootsfahrt auf dem Goldenen Horn. Denn beide Ufer und deren sanft ansteigende Hügel sind durch historischen Sehenswürdigkeiten der Alt- und Neustadt reichlich gegliedert. Außerdem, das ganze Viertel hat sehr viel Atmosphäre und zeigt Eigentümlichkeiten, die sonst kein anderer Stadtteil aufweist.

Übrigens, die Altstadt Istanbul wurde wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. Sechs von diesen sieben Hügeln, jeweils mit Moscheen namhafter Architekten gekennzeichnet, kann man nur bei einer Bootsfahrt auf dem Goldenen Horn entdecken.

Istanbul Goldenes Horn Goldenes Horn Istanbul

Die Hauptsehenswürdigkeiten am Goldenen Horn

Zu den Sehenswürdigkeiten am Goldenen Horn gehören alte Orte wo Juden neben Christen lebten, wunderschöne orthodoxe Kirchen und Moscheen der osmanischen Architektur.

Hier ist eine Liste der "Top Sehenswürdigkeiten von Goldenen Horn":

  • Galataturm
  • Fener
  • Das Griechische Gymnasium Fener (Die Rote Schule)
  • Ökumenisches Patriarchat und Georgskathedrale
  • Sankt Stefan (Die Eiserne Kirche)
  • Balat
  • Eyüp: Das "heiligste Viertel" Istanbuls
  • Eyüp Moschee
  • Der Friedhof von Eyüp
  • Pierre Loti Hügel

Galataturm

Galataturm am Goldenen Horn Galataturm

Der heutige Turm wurde im 14. Jh. von der Handelskolonie der Genuesen als Teil der Verteidigungsanlage errichtet. In der osmanischen Zeit wurde er als Gefängnis und als Feuermeldeturm verwendet. Er ist 68 m. hoch und hat neun Stockwerke. Im Jahre 1967 wurde der Turm restauriert und ein Fahrstuhl eingebaut. Sein Rundbalkon Im Dachgeschoss liegt 140 m. über dem Meeresspiegel, von wo aus man eine malerische Aussicht hat.

Der fliegende Osmane: Segelflug über den Bosporus im 17. Jh.

Segelflug vom Galataturm über den Bosporus Segelflug vom Galataturm über den Bosporus

Evliya Çelebi, ein osmanischer Schriftsteller der in seinem Reisebuch über seine Expeditionen im Osmanischen Reich berichtete, schrieb im 17. Jh. dass Hezarfen Ahmed Çelebi 1638 die drei Kilometer lange Strecke vom Galataturm auf der europäischen Seite, über den Bosporus, auf den Stadtteil Üsküdar der asiatischen Seite, schwebend überbrückte. Er verwendete dabei selbstgemachte künstliche Flügel aus Binsen.

Der besonders begeisterte Sultan Murad IV. honorierte Ahmed Çelebi erst mit Gold. Verbannte ihn aber später aus Angst vor seiner außergewöhnlichen Fähigkeit die zu einer übermäßigen Macht verhelfen könnte, nach Algerien, wo er auch starb.

Fener und Balat

Fener und Balat

Die Häuser sind in beliebigen fröhlichen Farben gestrichen, die Wäsche trocknen auf den Wäscheleinen zwischen den Fenstern, Kinder spielen auf den Straßen und die Spuren orthodoxer, jüdischer und armenischer Gemeinden sind immer noch vorhanden.

Die Gotteshäuser der verschiedenen Religionen, die kleinen Geschäfte, Handwerker, Galerien und trendigen Cafés verleihen dieser Gegend einen außergewöhnlichen Charme, der einem Besucher auf sehr eindrucksvolle Art verdeutlicht, eine neue Seite von Istanbul zu entdecken.

Fener und Balat sind sicherlich diejenigen Stadtteile mit der reichsten Geschichte in Istanbul. Obwohl diese beiden geschichtlich bedeutsamen Stadtteile auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehen, werden sie von Touristen immer noch selten besucht.

Das Gewirr von kopfsteingepflasterten Gassen die auf und ab gehen, vermittelt das Gefühl, sich in einem Labyrinth voller Schätze zu befinden. Man verliert sich gerne in den bunten, engen Gassen, weil die Atmosphäre wirklich einzigartig ist...

Fener

Fener am Goldenen Horn Fener am Goldenen Horn

Der Name dieses Viertels wird vom Altgriechischen "Phanar" (Leuchtturm) abgeleitet. Die Straßen sind voll von historischen Holzhäusern, Kirchen und Synagogen aus der byzantinischen und osmanischen Zeit.

Nach dem Fall von Konstantinopel im Jahr 1453 wurde das Viertel Fener die Heimat vieler Griechen. Das Patriarchat von Konstantinopel zog ebenfalls in diese Gegend und ist immer noch dort ansässig. Auf Grund dessen, wird "Fener" oft als Abkürzung für das ökumenische Patriarchat verwendet, genauso wie "Vatikan" für den Heiligen Stuhl (Sancta Sedes) der römisch-katholischen Kirche verwendet wird.

Während der osmanischen Zeit wurden die griechischen Einwohner von Fener als "Phanarioten" genannt und waren wichtige Assistenten des Sultans in verschiedenen Diensten und Ämtern.

Auf dem Hügel (Der fünfte Stadthügel Konstantinopels) erhebt sich die schöne Sultan Selim Moschee aus dem 16 Jh.

Das Griechische Gymnasium Fener (Die Rote Schule)

Das Griechische Gymnasium Fener (Die Rote Schule) Die Rote Schule in Fener

Weiter tiefer liegt ein großes Backsteingebäude, das in diesem Stadtteil die Silhouette stark bestimmt. Er beherbergt eine alte und ehrwürdige Schule: die Griechische Oberschule des Stadtteils Fener. Da diese Schule noch vor der Eroberung durch Osmanen gegründet worden war, ist sie die älteste Unterrichtsstätte der Stadt und auch die älteste weiterführende griechische Schule in Istanbul.

Während der osmanischen Periode blieb sie das Bildungszentrum für die Griechen in Istanbul. Hier wurden viele sultanische Chefdolmetscher ausgebildet und auch Männer mit den großen Namen byzantinischer Geschlechter deren Einfluss an dem osmanischen Sultans-Palast Gewicht hatte.

Schulklassenzimmer der Roten Schule in Fener Schulklassenzimmer der "Roten Schule" in Fener

Die im Volksmund genannte "Rote Schule" die wir heute sehen, stammt allerdings aus dem Jahr 1881. Unter der großen Kuppel auf der Spitze des Gebäudes befindet sich ein Observatorium für den Astronomieunterricht und es beinhaltet ein großes Teleskop.

Die Schule hat heute 15 griechische und 6 türkische Lehrer. Aufgrund der Gesetze hat die Schule neben dem türkischen Lehrplan, zusätzlich griechische Fächer (Literatur, Griechische Sprache und Religion).

Ökumenisches Patriarchat und Georgskathedrale

Ökumenisches Patriarchat Konstantinopels Ökumenisches Patriarchat

Man kann kaum glauben, dass in diesem so bescheidenen Ambiente sich das Zentrum der orthodoxen Kirche befand.

Das Patriarchat ist eine autokephale (eigenständige) orthodoxe Kirche. Sein Oberhaupt ist der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, der weltweit als "Primus inter pares" (Erster unter Gleichen) von etwa 350 Millionen orthodoxen Christen galt. Das Patriarchat hat seit 1601 an dieser Stätte seinen Sitz.

Auch noch der heutige Patriarch sich gerne als geistiges Zentrum aller Ostkirchen betrachtet, trotzdem beschränkt sich seine irdische Verfügungsgewalt nur noch auf kleinere Gemeinde der Griechen Istanbuls und einiger türkischer Orte sowie auf die Griechenland gehörenden Inseln des Dodekanes (Dodeka = zwölf: eine Inselgruppe in der östlichen Ägäis, die seit 1948 zu Griechenland gehört).

Beim Eintreten fällt ins Auge, dass das Mitteltor fest verschlossen und schwarz übermalt ist. Dies soll noch heute daran erinnern, dass unter diesem Haupttor im 1821 nach dem Ostergottesdienst, der Patriarch Gregorius V., wegen Hochverrats gegen osmanische Staatsgewalt gehängt wurde. Damals hatte in Griechenland der Unabhängigkeitskrieg gegen die Herrschaft der Osmanen begonnen.

Georgskirche: Kathedrale des Ökumenischen Patriarchen

Georgskathedrale Georgskathedrale

Die zum Patriarchat gehörende schöne Kirche Hagios Georgios stammt aus dem Jahre 1720. Die sehenswerten Ikonen, Madonnenbilder und Mosaiken in ihrem Inneren sind größtenteils erheblich älter. Außerdem, werden hier auch wertvolle heilige Reliquien aufbewahrt.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes liegen die anderen Einrichtungen des Patriarchats. Abgesehen von der Bibliothek, die ein eindrucksvolles altes Gebäude ist, sind alles bauten neuerer Zeit.

Die Bibliothek des Patriarchats

Die Bibliothek des Patriarchats ist eines der bedeutendsten Archive der Welt. In dieser Bibliothek werden Dokumente wie Manuskripte, Erlasse des Sultans (Ferman), Miniaturen, Gemälde und Fotografien aufbewahrt.

In der Bibliothek befinden sich 65.000 Bücherbände, davon 40.000 in Heybeliada (Die zweitgrößte der Prinzeninseln im Marmarameer) und 26.000 in Fener, die größtenteils aus Spenden bestehen. Etwa 1.000 davon sind Manuskripte. Für die Nutzung der Bibliothek ist eine Genehmigung erforderlich.

Sankt Stefan: Die Eiserne Kirche in Fener

Die Eiserne Kirche Die eiserne St. Stefan Kirche

Mehrere Jahrhunderte unterstanden die bulgarisch-orthodoxen Christen im Osmanischen Reich dem ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel in Fener, in dessen Kirchen sie auch ihre Gottesdienste abhielten.

Die bulgarische Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts forderte jedoch die Gründung einer separaten Kirche für bulgarisch-orthodoxe Christen, da sie das Pener-Patriarchat überwiegend als eine griechische Institution betrachteten.

Diese Bemühungen gipfelten in der Anerkennung des bulgarischen Exarchats durch einen Erlass, der vom osmanischen Sultan Abdülaziz ausgestellt wurde.

Die Legende der Eisernen Kirche

Einer populären Legende zufolge war Sultan Abdülaziz abgeneigt, der bulgarisch-orthodoxen Minderheit Istanbuls den Bau ihrer eigenen Kirche zu erlauben. Den Bauplan in einer Weise zu "genehmigen", das gleichzeitig die Ausführung einer Bauarbeit unmöglich macht, verlangte der Sultan, dass die Kirche innerhalb eines einzigen Monats fertiggestellt werden musste.

Das war der Grund warum die Bulgaren eine vorfabrizierte Kirche in Wien bestellt und bis Istanbul transportiert haben. Aber wie so viele fantastische Legenden ist die Geschichte von der Herausforderung des Sultans und dem bulgarischen Erfolg nicht ganz wahr.

Die Baugeschichte der Eisernen Kirche

Die Eiserne Kirche in Fener Die Ikonostase der "Eisernen Kirche" in Fener

Weil sie tatsächlich völlig aus Gusseisen errichtet ist, wird diese am Ufer gelegene Basilika auch als Eiserne Kirche bezeichnet. Die Bezeichnung "Eiserne Kirche" geht auf die Baugeschichte zurück:

Die Gusseisenteile der ganzen Kirche wurden in Wien vorfabriziert, über die Donau und das Schwarze Meer nach Istanbul geschippert und an ihrer heutigen Stelle, -neben dem Vorgänger-Bauwerk der alten Holzkirche- zusammenmontiert. Kurz darauf wurde die alte Holzkirche abgerissen.

Die am 8. September 1898 geweihte Kirche Hl. Stefan ist heute eine der wenigen noch erhalten gebliebenen Eisenkirchen der Welt.

Nach Restaurierungsarbeiten wurde die Kirche 2018 feierlich wiedereröffnet. Die bulgarische Kirche wird nach wie vor von der orthodoxen Gemeinde genutzt und zieht heute mit ihrer Pracht viele Besucher an.

Balat

Balat am Goldenen Horn Balat am Goldenen Horn

Gleich neben dem Stadtteil Fener liegt Balat, das ehemalige jüdische Viertel Istanbuls. Ein Stadtteil wie Fener mit irrsinnig viel Geschichte, vielen bunten Häusern und sehr wenig Touristen. Eine ideale Kombination dem Trubel in der Altstadt zu entkommen.

Der ganze Stadtteil "Balat" besteht aus Gassen mit alten, historischen Häusern, die meist in pastel Farben gestrichen sind. Einige der alten Häuser sind in gutem Zustand und original treu restauriert, andere sind aber leider fast verfallen.

Balat - Bunte Häuser und die Treppen Balat - Bunte Häuser und die Treppen

Balat entwickelte sich ab 1492, als die unter der spanischen Inquisition verfolgten Juden vom osmanischen Sultan empfangen wurden, der sogar seine Flotte nach Spanien schickte, um sie zu retten. Der Stadtteil entwickelte sich daraufhin zu einem wichtigen Handelszentrum. Als im 19 Jh. viele Juden in modernere Stadtteile (Galata, Pera) übersiedelten, verlor Balat an Bedeutung.

Kaffeehaus in Balat Ein kleines Kaffeehaus in Balat

Weniger der Synagogen wegen lohnt eine Besichtigung Balats. Es ist der überlieferte Charme des alten Istanbuls, der hier wie kaum woanders in der Millionenstadt erhalten geblieben ist. Balat fasziniert die Besucher auch mit seinen bunten trendigen Cafés, Restaurants und Retro-Läden. Der Reiz dieses Viertels liegt genau darin, einfach durch die vielen kleinen Gassen zu schlendern.

Übrigens in Balat gibt es viele kleine Antiquitätenhändler, wo man von Schmuck und Kleidung bis zu Möbelstücken alles finden kann. Wenn Sie Glück haben findet vielleicht gerade eine Versteigerung statt in der Sie ganz unverbindlich teilnehmen können.

Eyüp: Das "heiligste Viertel" Istanbuls

Eyüp Eyüp

Eyüp, die oberhalb am Goldenen Horn gelegene Außensiedlung Istanbuls, ist ein malerisches und romantisches Ausflugsziel. Auf zwei Seiten von höheren Hügeln umschlossen, auf denen Zypressen und turbanbedeckte Grabsteine ragen, mit weitem Blick auf das Goldene Horn und die ferne Stadtsilhouette Istanbuls, ist Eyüp ein Ort der Abgeschiedenheit und eine Stätte frommer Beschaulichkeit.

Durch die Jahrhunderte befanden sich in den reizvollen Wiesen Eyüps kaiserliche Gärten und Lustschlösschen. Auch zogen die Istanbuler hier hinaus für Picknicks an beschatteten Quellen.

osmanisches Vogelhaus in Eyüp Osmanisches Vogelhaus in Eyüp

Muslime aus aller Welt pilgern nach Eyüp. Der Stadtteil ist benannt nach Eyüp Ensari, dem sagenhaften Bannerträger und einer der Gefährten des Propheten Mohammed. Für viele Türken kommt ein Besuch dieser heiligen Stätte gleich vor einer Pilgerreise nach Mekka und Medina. An religiösen Feiertagen herrscht hier ein Gewimmel wie auf einer Bienenwabe.

Eyüp Moschee

Eyüp Moschee Eyüp Moschee

Eyüp Moschee ist die heiligste Moschee der Stadt. Besonders für die sunnitische Muslime folgt sie in der Rangstufe hinter den heiligen Stätten Mekka und Medina, weil sich hier im Innenhof der Moschee das Grabmal von Eyüp Ensari (Mohammeds Fahnenträger) befindet, der während der Belagerung Konstantinopels durch die Araber (672-679) gefallen sein soll.

Die Stelle, wo er gestorben und begraben ist, kam angeblich -rund achthundert Jahre später- nach der Eroberung ans Tageslicht. Sultan Mehmet der Eroberer Konstantinopels, ließ an dieser heiligen Stelle die erste Moschee und auf dem Grab von Eyüp Ensari ein Mausoleum bauen. Die Moschee wurde im 16. Jh. umgebaut und Sultan Selim III. ließ sie dann 1800 ganz neu errichten.

Im Laufe der osmanischen Periode, fand hier nach jeder Inthronisierung des Sultans im Topkapi Palast die feierliche Schwertumgürtung statt, die ungefähr der Krönung europäischer Herrscher entsprach. Dabei wurden die osmanischen Sultane mit dem Schwert Osmans (Gründer der osmanischen Dynastie) gegürtet.

Grabmal des Fahnenträgers des Propheten Eyüp Ensari

Grabmal von Eyüp Ensari Grabmal von Eyüp Ensari und das "Wunschfenster"

Dem Haupteingang der Moschee gegenüber hinter einer großen Platane liegt die eindrucksvolle Grabstätte von Eyüp Ensari. Sein "Türbe" (Grabmal) ist der wichtigste Wallfahrtsort Istanbuls und zieht viele Pilger aus der gesamten islamischen Welt an.

Oft sieht man hier Menschen vor dem "Wunschfenster" beten, die Lösungen für ihre Probleme erbitten und sich verschiedenes wünschen. Nur ist es eine Sitte, dass man, wenn der Wunsch in Erfüllung geht, Süßigkeiten im Hof der Moschee zu verteilen.

Jungen vor der Beschneidung in Eyüp Jungen vor der Beschneidung, begleitet von ihren Schwestern

Es ist auch eine Tradition, dass die Jungen kurz vor ihrer Beschneidung mit glänzenden Uniformen oder Sultans Kostümen in Begleitung ihrer Eltern das Grab besuchen; das soll Glück bringen.

Heute dürfen auch Nicht-Muslime das Grab besichtigen, nur die Frauen brauchen dabei eine Kopfbedeckung. An den Innen- und Außenwänden sieht man einzigartige Keramikfliesen als wunderschöne Exemplare der Iznik-Keramikkunst.

Der Friedhof von Eyüp

Armenküche im Eyüp Friedhof Die Armenküche im Eyüp Friedhof

Der Friedhof liegt direkt neben der Moschee und gehört zu den ältesten muslimischen Friedhöfen Istanbuls. Mit der Zeit bildete sich um die Moschee, mit den Grabstätten der hochrangigen Staatsmänner und geistlichen Persönlichkeiten, einen großen Friedhof.

Hier ruhen osmanische Sultane und ihre Familienangehörigen sowie Mitglieder des Herrscherhauses, unter anderem Großwesire, anerkannte Religionsgelehrte, Beamte und Generäle aber auch bekannte Dichter, Künstler und Wissenschaftler.

Infolgedessen wurde Eyüp in der spätosmanischen Zeit zu einem Ort, wo sich fromme Muslime bevorzugt bestatten ließen: Würdenträger in prunkvollen Mausoleen nahe der heiligen Moschee, das Volk auf dem dahinter ansteigenden Hügel.

Pierre Loti Hügel

Café Pierre Loti Café Pierre Loti

Nach dem Besuch der Eyüp Moschee, nicht vergessen mit der Seilbahn auf den Aussichtshügel des Schriftstellers Pierre Loti zu fahren. Es empfiehlt sich von selbst, auf dem Scheitel des Hügels im berühmten "Café Pierre Loti", eine kleine Tee oder Kaffee Pause einzulegen.

Pierre Loti Hügel ist einer der bekanntesten Aussichtshügeln von Istanbul und von der Terasse des Cafés genießt man einen eindrucksvollen Panoramablick über das Goldene Horn und Istanbul.

Pierre Loti war ein französischer Marineoffizier, der 1876 zum ersten Mal auf einem französischen Schiff nach Istanbul kam. Während er sich in Istanbul aufhielt, als Istanbul verliebter und begabter Schriftsteller, schrieb Loti viele Gedichte über Istanbul und das Goldene Horn.

1879 veröffentlichte er seinen ersten Roman Aziyade, der in Istanbul spielt und seine Leidenschaft für diese orientalische Stadt darstellt. Der Bestseller-Roman erzählt die Geschichte des 27-jährigen Lotis die verbotene Liebesaffäre mit einem 18-jährigen Harem-mädchen namens Aziyade.

In darauffolgenden Jahren schrieb er viele Romane, darunter mehrere Bestseller aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Übrigens, es ist auch empfehlenswert, dass Sie das Innere des Kaffeehauses besuchen, welches aufwendig renoviert und nach der 19. Jh. osmanischen Stilrichtung eingerichtet ist.

Teekocher im Café Pierre Loti Teekocher im Café Pierre Loti

Häufig gestellte Fragen über das Goldene Horn

Was genau ist das Goldene Horn?

Das Goldene Horn liegt auf dem europäischen Teil des Bosporus, kurz vor dessen Mündung in das Marmarameer. Dieser Meeresarm ist eigentlich nichts anderes als die Mündung der zwei verschiedenen Flüsse in den Bosporus. Die ins Goldene Horn mündenden Wasserläufe von Kağıthane und Alibey sind heute kaum mehr zu erkennen.

Als ein Seitenarm des Bosporus, trennt dieser Meeresarm, die europäische Seite Istanbuls auf zwei Stadtteile: Das alte Istanbul, in dem die ersten Ansiedlungen zu Zeiten der Byzantiner entstanden und der relativ neuere Teil der Stadt namens Galata oder Pera.

Da es vor Nord- und Südwinden gleichermaßen durch die Hügel der Stadt geschützt ist, kennt man hier kaum Strömungen und Wellen.

Istanbul das Goldene Horn Satellitenbild Istanbul und das Goldene Horn

Wie groß ist das Goldene Horn?

Die Gesamtlänge des Goldenen Horn beträgt rund 8 km. Es ist durchschnittlich 40 m. tief. An seiner Mündung erreicht die Tiefe bis 60 m und die Breite bis 700 m.

Woher kommt der Name "Goldenes Horn"?

Die Legende des Goldenen Horn Die Legende des Goldenen Horn

Seit der Gründung Istanbuls heißt diese Bucht wegen seiner hornähnlichen Form und der goldenen Farbe an seinem Wasserspiegel bei den Sonnenuntergängen "Goldenes Horn". "Haliç", der türkischer Name Goldenes Horn bedeutet einfach "Mündung".

Die mythologische Geschichte des Goldenen Horn hängt mit der Legende des Bosporus zusammen. Der Sage nach beginnt die Geschichte mit der verbotenen Liebe zwischen Io (eine Priesterin der Hera) und Zeus.

Zeus verwandelte seine Geliebte Io in eine Kuh, um sich vor dem Zorn seiner Frau Hera zu schützen. Die eifersüchtige Hera ließ sich aber von dieser Schwindelei nicht täuschen und schickte eine blutsaugende Pferdebremse hinterher um sich an Io zu rächen.

Die arme "Kuh" Io, auf ihrer Flucht vor der zornigen Hera, konnte die Angriffe dieser Pferdebremse nicht loswerden. Da wo sie den Attacken der Fliege nicht mehr überstehen konnte, schüttelte sie den Kopf und schuf mit ihren Hörnern tiefe Risse im Boden. Durch einen dieser Risse ist "Das Goldene Horn" entstanden.

Aus dieser spektakulären Liebesbeziehung mit Zeus, brachte später die Io am Ufer des Goldenen Horns eine Tochter namens Keroessa (Die Gehörnte) zur Welt. Keroessa heiratete Poseidon, den Meeresgott der alten Griechen und brachte einen Sohn namens Byzas, -den legendären Gründer der Byzantion- zur Welt.

Das Goldene Horn in der Geschichte

Das Goldene Horn in der Geschichte Das Goldene Horn in der Geschichte. Jean-Baptiste Hilair, 1789

Das Goldene Horn in der byzantinischen Zeit

Das Goldene Horn, als natürlicher und äußerst sicherer Hafen, hat eine wichtige Rolle bei der Entwicklung Konstantinopels gespielt und war oft Gegenstand von Angriffen.

Da die Einfahrt wegen Verteidigung der Küstenlinie gegen feindliche Schiffe mit einer starken Eisenkette gesperrt war, wurde die Stadt von den Angriffen vom Meer jederzeit gut geschützt. Weil es da keine Gezeiten und Strömungen gab, hatte das Byzantinische Reich sein Marinehauptquartier in dieser 8 km langen Bosporus Bucht.

Um die Stadt Konstantinopel vor Seeangriffen zu schützen, wurden zwei Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

Die erste und vom Weiten erkennbare Maßnahme war der Bau von Mauern entlang der Küstenlinie.

Die zweite Sicherheitsmaßnahme bestand jedoch darin, eine riesige Eisenkette von Konstantinopel zum Fuße des Hügels von alten Galata zu ziehen und so zu verhindern, dass unerwünschte Schiffe in das Goldene Horn eindrangen.

Das Goldene Horn war auch einer der wichtigsten Handelshäfen des ganzen Mittelmeerraumes und gleichzeitig wie Amalfi, Pisa, Genua und Venedig ein wichtiges Handelsgebiet während der byzantinischen Zeit. Schon in der frühbyzantinischen Zeit Konstantinopels ließen sich hier die italienische Kaufleute aus o.g. Städten nieder und gründeten ihre Handelskolonien.

Das Goldene Horn in der osmanischen Zeit

In der osmanischen Zeit, durch die Jahrhunderte hindurch befanden sich an seinen Ufern hübsche Lustschlösser mit großen gepflegten Gärten. Es war ein sehr beliebter Ausflugsort für die Istanbuler, wo sie an sonnigen Tagen an schattenspendenden Stellen angenehme Zeit verbringen konnten.

Istanbul-Brücke von Leonardo Da Vinci

Istanbul-Brücke: Die Skizze von Leonardo Da Vinci Istanbul-Brücke: Die Skizze von Leonardo Da Vinci

Im Jahr 1500, nach der französischen Invasion von Mailand und der Festnahme von Leonardos Arbeitgeber war Leonardo arbeitslos. Er suchte eine gut bezahlte Stelle und schrieb an Sultan Bayezid, er habe von seiner Anforderung gehört, eine Brücke über das Goldene Horn zu bauen. Er wisse, wie solch eine Brücke zu bauen sei und stehe zu des Sultans Verfügung.

In Leonardos Skizzenbüchern befindet sich tatsächlich die Skizze einer Brücke, die als durchgehender, flacher Bogen das Goldene Horn überspannen sollte. Die Gesamtmaße mit einer Spannweite von 233 m und einer auf bis zu 24 m abgezweigte Fahrbahn, machten den Brückenplan zur größten der Welt. Der Brief, der vier Monate unterwegs war, blieb leider unbeantwortet.

Fast 500 Jahre später wurde Vincis Projekt doch verwirklicht; eine kleinere Variante etwa 100 km südlich von Oslo wurde von der Königin Sonja als Fußgängerbrücke eingeweiht.

Istanbul-Brücke: Der Plan von Leonardo Da Vinci Der Plan von Leonardo Da Vinci und die Brüce in Oslo


Das könnte Sie auch interessieren