Üsküdar Sehenswürdigkeiten

Istanbul Sehenswürdigkeiten auf der asiatischen Seite

Leanderturm, Mädchenturm - Sehenswürdigkeiten der asiatischen Seite Istanbuls

Üsküdar

Kein Stadtteil auf der asiatischen Seite besitzt so viele Sehenswürdigkeiten wie Üsküdar.

Oft wird von Besuchern Istanbuls nicht wahrgenommen, dass ein wichtiger Teil der Stadt auf einem anderen Festland liegt; drüben in Asien. Was die historische Sehenswürdigkeiten der asiatischen Seite Istanbuls betrifft, ist nämlich Üsküdar der wichtigste Ort Istanbuls.

Üsküdar ist weit bekannt für seine wunderschöne Promenade entlang dem Bosporus, den Leanderturm (türk. Kız Kulesi, "Mädchenturm"), historische Moscheen, Brunnen und vieles mehr. Hier finden Sie eine Einführung zur Entdeckung von Üsküdar mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der asiatischen Seite Istanbuls.

Üsküdar befindet sich an der Einfahrt in den Bospurus und liegt unmittelbar gegenüber der Mündung des Goldenen Horns. Die kürzeste und leichteste Fahrt zwischen Europa und Asien in der Geschichte war hier möglich.

Auch heute legen die Fähren an dem Kai vom Üsküdar Platz an, die zwischen asiatischen und europäischen Stadtteilen verkehren, und das ist etwas, was Üsküdar seit eh und je einer der lebendigsten Stadtteilen der asiatischen Seite macht.

Üsküdar in der byzantinischen Zeit Üsküdar (Chrysopolis) in der byzantinischen Zeit

Die Geschichte Üsküdars

In der Antike hieß Üsküdar "Chrysopolis" (Goldstadt). Es ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass bei Sonnenuntergängen die letzten Lichtstrahlen gerade hier einfallen und die Fassaden der Häuser in einem goldenen Schimmer aus Konstantinopel zu sehen waren.

Diese "Goldstadt" hat sich im Laufe der Zeit, aufgrund seiner günstigeren Lage an einem guten Naturhafen, zu Macht und Wohlstand entwickelt. Sie wurde zum Ausgangspunkt für die großen römischen Straßen, die von der Küste nach Asien hineinführten. Häufig sammelten sich hier Truppen von Handelsleuten oder Soldaten, um in Anatolien oder noch weiter östlich, Profit oder Siege zu suchten.

Später im 12. Jahrhundert wurde sie bei den Byzantinern Skutari genannt, vermutlich nach dem Skutarion genannten Palast an der Landspitze gegen den Mädchenturm. Die Osmanen übernahmen diesen Namen und glichen ihn ihrer Sprache an: Skutarion -> Üsküdar.

Unter den osmanischen Sultanen wurde die Stadt als ein Handelszentrum ausgebaut und dabei mit Moscheen und Karawansereien (ummauerte Herberge an Karawanenstraßen) versehen. Die über die Seidenstraße aus Asien kommenden Handelskarawanen hatten hier alle ihre Endstation.

Üsküdar Üsküdar und Leanderturm

Der große Hauptplatz gegenüber der Anlegestelle heißt unter den Einheimischen "Iskele Meydanı" (Platz der Anlegestelle). In der osmanischen Zeit versammelte sich hier jedes Jahr die große Pilgerkarawane nach Mekka und Medina um den kaiserlichen Beutel, das Geldgeschenk des osmanischen Sultans an die Sharifs der heiligen Stätten zu überreichen.

Ein weibliches, bunt geschmücktes Kamel trug die kostbare Last, und Hunderte von Pilgern nach Mekka schlossen sich an, nicht zuletzt wegen der Sicherheit, die diese militärisch gedeckte Karawane bot.

Im Laufe der Zeit wurde Üsküdar durch Mitglieder der Sultansfamilie, vor allem durch die Sultan Valides (Mutter des jeweiligen Sultans), mit eindrucksvollen Moscheen und großzügigen Stiftungen versorgt, die größtenteils noch gut erhalten sind.

Üsküdar Sehenswürdigkeiten

Eine Liste mit den "bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Üsküdar":

  • Leanderturm (Mädchenturm)
  • Şemsi Pascha Moschee
  • Mihrimah Sultan Moschee
  • Brunnen Sultan Ahmeds III.
  • Yeni Valide Moschee

Leanderturm - Mädchenturm (Kız Kulesi)

Leanderturm - Mädchenturm Üsküdar Leanderturm - Mädchenturm (Kız Kulesi)

Der Leanderturm ist eine der lieblichsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls und gehört zu den klassischen Wahrzeichen der Stadt. Dürfte aber andererseits zu den von Touristen am wenigsten besuchten Monumenten der Stadt zählen. Nicht vergessen, es lohnt sich auf jeden Fall einen Spaziergang an der Uferpromenade bis zum Turm zu machen. Den von hier aus kann man die schönsten Istanbul-Fotos aufnehmen.

Man läuft einfach am Ufer entlang und der Mädchenturm, der auf einer kleinen Insel im Wasser steht, kann nicht verfehlen. Mit einer fantastischen Ansicht der Altstadt und bei einem traumhaften Licht, eine von den bekanntesten Stellen Istanbuls unter den Istanbul Fotografen.

Die Geschichte des Leanderturms

Schon in vorchristlicher Zeit stand auf diesen Felsen eine Zollstation. Später errichteten hier die Byzantiner eine kleine Festung, von der eine Kette zur europäischen Altstadt (Konstantinopel) führte und den Bosporus für den Schiffsverkehr sperrte. In seiner heutigen Form stammt der Turm aus dem 18. Jahrhundert.

Der ca. 30 Meter hohe Turm hat im Laufe seiner Zeit als Leuchtturm, Quarantänestation- und Zoll gedient. Heute beherbergt der Turm eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Turms, ein Café und ein Restaurant.

Mädchenturm in der osmanischen Zeit Mädchenturm in der osmanischen Zeit

Die Legende des Mädchenturms (Kız Kulesi)

Dieser festungsartige Turm heißt "Kız Kulesi" (Mädchenturm) wie die Türken ihn nennen. Nach der Legende wurde einem König prophezeit, dass seine Tochter an einem giftigen Schlangenbiss sterben werde. Zur Sicherheit, um sie vor diesem üblen Schicksal zu schützen, errichtete der König diesen Turm im Bosporus und man hielt sie hier von allen Schlangen verborgen.

Aber das Mädchen wurde doch eines Tages, durch eine in einem Obstkorb versteckte giftige Schlange gebissen und starb daran. Die Prophezeiung wurde wahr. Wie es in vielen Sagen des Orients immer heißt: Niemand kann dem Schicksal davonlaufen.

Die Legende des Leanderturms

In der europäischen Reiseliteratur wird dieser Turm fälschlicherweise als "Leanderturm" bezeichnet, wobei sich die Bezeichnung auf die Überlieferung einer antiken Legende bezieht, die sich nicht in der Bosporusmündung, sondern in den Dardanellen lokalisiert.

Der Legende zufolge, durchschwamm Leander allnächtlich in Dunkelheit die Dardanellen zwischen Sestos und Abydos um seine Geliebte, die Artemispriesterin Hero zu sehen.

Zur Orientierung stellte Hero ihm eine Fackel in eines der Turmfenster. Eines Nachts wegen des Sturmes, erlosch die Fackel, die ihm den Weg wies. Leander verlor die Orientierung, ertrank in hohen Wellen, und Hero stürzte sich aus dem hohen Fenster in die Fluten.

James Bond im Mädchenturm

Der Turm erschien 1999 im Finale des James Bond (Pierce Brosnan) Films "The World Is Not Enough" (Die Welt ist nicht genug), wo der Mädchenturm, Bonds Gegenspielerin Elektra King (Sophie Marceau) als Versteck dient.

Şemsi Pascha Moschee

Şemsi Pascha Moschee - Üsküdar Şemsi Pascha Moschee

Vorbei am Leanderturm fahren die Bosporusfähren Üsküdar an. Kurz vor dem Fähranleger rechts fällt die niedliche, direkt am Bosporus gelegene Şemsi Pascha Moschee ins Auge. Sie gehört zu den hübschesten kleinen Moscheen des berühmten Architekten Sinans. Im Jahre 1580 entwarf der Sinan im hohen Alter diese kleine, zierliche Moschee aus hellem Marmor für den Großwesir Şemsi Ahmet Pascha.

Der Bauherr Şemsi Pascha war Falkner des Sultans, Leiter der Jagd und Anführer der Kavallerietruppen. Er war auch enger Vertrauter des Herrschers. Nach dem Şemsi Paşa in Ruhestand ging, verbrachte er seine letzten Lebensjahre wie viele Würdenträger in Üsküdar und bewohnte einen kleinen Palast am gegenüberliegenden Ufer des Topkapi Palastes.

Der Grundriss der Moschee folgt einem einfachen Plan. Ein quadratischer Raum, überwölbt von einer Kuppel die von weiteren Halbkuppeln unterstützt werden.

Die Moschee hat einen kleinen Vorhof mit überkuppeltem Umgang, der in ausgewogener Proportion die zwei Seiten des Hofes umschließt. Diese kleine Anlage diente als "Medrese" (Schule). Die L-förmige Anlage hat zwölf Zellen jeweils mit einer Kuppel überwölbt und ein großes Klassenzimmer. Der quadratische Klassenraum befindet sich im Zentrum des Westflügels und ragt über die Zellen hinaus.

Zum Moscheenkomplex gehört auch das Grabmal (Türbe) des Stifters. Es steht direkt mit der Moschee in Verbindung und befindet sich auf der Uferstraße des Bosporus.

Mihrimah Sultan Moschee

Mihrimah Sultan Moschee - Üsküdar Mihrimah Sultan Moschee - Üsküdar

Als eine der reizvollsten Sehenswürdigkeiten der asiatischen Seite Istanbuls, gehört auch die prachtvolle Mihrimah Sultan Moschee zu den historischen Schätzen Üsküdars.

Sie befindet sich gegenüber dem Anlegeplatz auf einer terrassenförmigen Anhöhe und wurde in den Jahren 1547-48 durch berühmten Hofarchitekten Sinan für Mihrimah (Sonn-und-Mond) Sultanin errichtet.

Die Prinzessin Mihrimah, die "Sonne und Mond" in ihrem Namen trug, war die Lieblingstochter Sultan Süleymans. Sie kam als einzige Tochter von Roxelane (Hürrem Sultan) zur Welt und Ende 1539 wurde sie mit dem Großwesir Rüstem Pascha verheiratet, der 22 Jahre älter als die Prinzessin war.

Kuppel der Mihrimah Sultan Moschee - Üsküdar Die Kuppel der Mihrimah Sultan Moschee - Üsküdar

Wegen ihrer erhöhten Lage über dem Platz ist die Außensicht der Moschee sehr eindrucksvoll. Auf der Bosporusseite der Moschee liegt eine weit ausladende Vorhalle mit zwei Arkadenreihen, die mit eigenartigem Vorschwung einen reizvollen Brunnen unter ihrem Dach aufweist.

Ihre mit sechzehn Fenstern versehene Hauptkuppel ruht auf Bögen, die sich in drei Halbkuppeln öffnen. Die Gebetsnische (mihrab) und Kanzel (mimber) sind aus feinem Marmor, während die Türflügel und der Predigtstuhl wunderschöne Einlegearbeiten mit Perlmutt und Elfenbein aufweisen.

Brunnen Sultan Ahmeds III.

Brunnen Sultan Ahmeds III. Brunnen Sultan Ahmeds III. - Üsküdar

Beim Verlassen der Mihrimah Moschee treffen wir am Fuße der Treppen auf einen reizvollen Barockbrunnen Sultan Ahmeds III. Er stiftete diesen "Sebil" (Brunnenstube) in den Jahren 1728–29. Der Bau von Sebilen hatten im Islam nicht nur einen rein zweckbestimmten Sinn, sondern dienten zur Erfüllung im Koran vorgeschriebenen Pflichten der Barmherzigkeit.

So kann man die Sebile auch als religiöse Bauwerke der osmanischen Architektur betrachten. Der Zweck war die Pilger, Reisenden und auch die Tiere mit Trinkwasser bzw. mit laufendem Wasser zu versorgen. Brunnen gehören sicherlich zu den faszinierenden Sehenswürdigkeiten der osmanischen Periode Istanbuls.

Yeni Valide Moschee

Yeni Valide Moschee - Üsküdar Yeni Valide Moschee - Üsküdar

Auf der anderen Straßenseite erstreckt sich ein ausgedehnter Komplex der Yeni Valide Moschee mit zwei auffälligen Minaretten. Sultan Ahmed III ließ sie 1708-1710 zu Ehren seiner Mutter im klassischen Stil errichten.

An der Ecke liegt die reizvolle offene Türbe (Mausoleum) der Valide (Sultans Mutter) wie ein großes Vogelhaus. Die alten Osmanen maßen dem Regen eine besondere Bedeutung bei und betrachteten ihn als eine Gnade Gottes. Wahrscheinlich hat sich die Sultans Mutter deswegen einen Grabbau mit einer offenen Kuppel gewünscht.

Vogelhaus der Valide Moschee - Üsküdar Ein Vogelhaus an der Fassade der Valide Moschee - Üsküdar

Der Innenraum wirkt freundlich. Die Gebetsnische und die Kanzel an der Südostseite sind meisterhaft ausgestattet. Vier Halbkuppeln umgeben die auf acht Pfeilern ruhende Zentralkuppel. Der Weg durch den Außenhof führt zum Haupteingang, über dem sich eine alte osmanische Grundschule befindet. Vor dem Tor erstreckt sich die große Armenküche, deren Brunnen an der Ecke ein späteres Werk des entfalteten Barock ist.

Wo ist Üsküdar?

Die Lage von Üsküdar
Üsküdar ist ein Stadtteil auf der asiatischen Seite Istanbuls und befindet sich an der Einfahrt in den Bospurus. Üsküdar liegt unmittelbar gegenüber der Mündung des Goldenen Horns.
Die nächste Anlegestelle heißt Üsküdar.

Wie kommt man nach Üsküdar?

Vom Taksim-Platz: Mit der Standseilbahn nach Kabataş. Dann die mit der Fähre nach Üsküdar.
Altstadt Hotels: Mit der Straßenbahn nach Eminönü (Linie T1). Dann die mit der Fähre nach Üsküdar.
Hotels der asiatischen Seite Istanbuls: Mit öffentlichen Buslinien oder mit Marmaray nach Üsküdar.


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